Das Masterstudium „Sprache und Gestalt“

Im Raum stehen, Zeit werden, in beide eingehen, überhaupt: Zugang haben, ins Wort fallen, betreten schweigen davon oder beredt sein: „Gestalt“ ist nicht nur der umgrenzende Umriß, welcher eines vom anderen scheidet und Wort für Wort umschreibt, wie das eine zum anderen kommt, sondern sie ist auch das, was eigenlos-ständig in sich selbst stehend ruht und stets, was im Entstehen ist, wortwörtlich zur Sprache bringt. – Das Masterstudium „Sprache und Gestalt“ will den Umgang in freier Sprache ex tempore verkörpern und befähigen, die Dinge unbedingt, d.h. außerhalb ihren geläufigen Zusammenhängen und den sie umringenden Bedingungen zu denken und zu sehen. Das unvordenkliche, oft implizite Wissen der Silben und Stillen, die selber unerinnerte Erfahrung in Bedeutung und Gebrauch der Wörter um die Sachen soll in wechselständigen Figuren der Ähnlichkeit spekulativ anverwandelt werden und, gestalterisch umgesetzt zu dem, was man unter dem Ton einer Rede verstehen kann, ohne Wort für Wort zu verschwenden an die Verständigung: Wenn wir heraushaben, warum uns die Wörter und Sachen gefallen, dann wüssten wir das übrige auch.

Prof. Oswald Egger

24.02.2014

Sprache und Gestalt

Auf ein Wort

„Sprache ist eine ausschließlich dem Menschen eigene, nicht im Instinkt wurzelnde Methode zur Übermittlung von Gedanken, Gefühlen und Wünschen mittels eines Systems von frei geschaffenen Symbolen.“ – Edward Sapir (1921)

„Weil das geistige Wesen des Menschen aber die Sprache selbst ist, darum kann er sich nicht durch sie, sondern nur in ihr mitteilen.“ – Walter Benjamin (1916)

Im Kommunikationsdesign begegnet Ihnen „Sprache und Kommunikation“ als eigenes Lehrgebiet. Sprache wird darin eingeführt als Instrument, mit dem wir aus einer einfachen Information eine aufmerksamkeitsstarke, relevante und effektive Botschaft gestalten können. Die Typografie zeigt gleichmöglich, in welchen Formen Sprache Gestalt annehmen kann. Im Bereich der Strategischen Kommunikation lernen Sie darüber hinaus, Sprache auch in andere Zeichensysteme einzubringen, um neue, eindrückliche, oft auch überraschende Kommunikationslösungen zu finden. Dies gilt für Aufgaben aus dem Bereich der Kultur ebenso wie für Bereiche der Gesellschafts- und Wirtschaftskommunikation.

Neben dem systematischen, zielorientierten Arbeiten mit der Sprache gibt es auch ein ausgedehntes Angebot für den freieren und künstlerischen Umgang in ihren Elementen und Ideen. Die Frage, was Sprache ist, soll dabei unentwegt eher gestellt als beantwortet bleiben, dagegen wortwörtlicher und verschwenderischer eingesetzt als zur Verständigung allein. Nachdem Sie in den ersten Semestern die Grundlagen dementsprechend kennen lernen, werden Sie in den Projekten der höheren Semester Gelegenheit finden, Ihre Eigenart und Prägung, quasi Ihre persönliche Handschrift und auch Ihre charakteristische und schöpferische Gestalterpersönlichkeit zu entfalten und dabei Ihre spezifischen Fähigkeiten Wort für Wort zu vertiefen.

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Prof. Oswald Egger
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